Sind Sie sprachbegabt? Dann könnte eine Tätigkeit als Übersetzer genau das Richtige für Sie sein
Sie sind sprachbegabt und fragen sich, wie Sie dieses Talent zum Beispiel als Übersetzer neben- oder sogar hauptberuflich in bare Münze umwandeln können? Wenn Sie ein Talent für Sprachen haben, könnte eine Tätigkeit als Übersetzer genau das Richtige für Sie sein. Bevor Sie sich jedoch frohen Mutes auf das Gebiet der Linguistik stürzen, ist es wichtig zu wissen, worauf es ankommt, um in der Übersetzungsbranche erfolgreich zu sein. Wir verraten Ihnen die Erfolgsfaktoren...
Mit nur einer Fremdsprache ist es nicht getan
Zunächst einmal sollten Sie absolut sicher sein, dass Sie mindestens zwei Sprachen fließend beherrschen, bevor Sie sich als Übersetzer vermarkten. Sollten Ihre Sprachkenntnisse in einer Sprache nur denen eines fortgeschrittenen Anfängers entsprechen, ist die Gefahr groß, dass Sie Ihre Übersetzungsdienste im hart umkämpften Übersetzermarkt nur zu stark reduzierten Preisen anbieten können, um darüber Ihre sprachlichen Defizite wettzumachen. Auf Dauer führen Ihre fehlerhaften Übersetzungen jedoch dazu, dass Ihr geschäftlicher Erfolg als Übersetzer nur von kurzer Dauer sein wird, denn wer beauftragt schon gerne einen Übersetzer, der seine Tätigkeit nicht beherrscht und fehlerhaft arbeitet?
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| Branchen- und Fachwissen bringt Wettbewerbsvorteile
Für viele Übersetzer reicht es heute nicht mehr aus, einfach nur zwei- oder mehrsprachig zu sein. Die überwältigende Mehrheit der Übersetzungsarbeit besteht aus Aufträgen von Unternehmen und das bedeutet, dass ein Großteil der Übersetzungsaufträge branchenspezifisch ist und eine Fachterminologie verwendet, die nur einem Fachmann in der jeweiligen Sparte geläufig ist. Es bringt Ihnen als Übersetzer enorme Wettbewerbsvorteile, wenn Sie ein bestimmtes Spezialgebiet haben, zum Beispiel eine technische Ausbildung oder berufliche Erfahrungen auf bestimmten Gebieten.
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Fachgebiete können z.B. sein: Handel, Recht, Maschinenbau, Reisen und Tourismus oder Medizin. Zudem ist es von großem Vorteil, über Trends und Terminologien stets auf dem Laufenden zu sein.
Was verdienen Übersetzer?
Übersetzergehälter können drastisch variieren. Vollzeitübersetzergehälter deutscher Firmen reichen von 15.000 Euro für Berufsanfänger bis hin zu 38.000 Euro für erfahrene Übersetzer. Freiberufliche Übersetzerhonorare werden meist auf der Basis von je 1000 Wörtern festgesetzt. Der Verdienst hängt in diesem Fall von der Gesamtwortzahl, der individuellen Erfahrung des Übersetzers, den technischen Einzelheiten der Übersetzung, der „Seltenheit“ der Sprachkombination und der Kaufkraft des Kunden ab. Die Honorare der Freiberufler schwanken zwischen preiswerten 20 Euro bis hin zu 100 Euro pro 1000 Wörter. Zur eigenen Preisfindung hilft der Preisvergleich mit den Honoraren von Übersetzungsagenturen und anderen Freiberuflern, die als Übersetzer tätig sind. Dabei können Online-Übersetzerforen behilflich sein, zum Beispiel ProZ (http://www.proz.com) oder Berufsverbände.
Wie sehen Beschäftigungschancen für Übersetzer aus?
Die wenigsten Unternehmen können es sich leisten, firmeninterne Vollzeitübersetzer fest anzustellen, da sie nur hin und wieder einen Übersetzungsbedarf haben. Dennoch ist der Markt für freiberufliche Übersetzer groß. Egal ob Sie entweder allein arbeiten und sich ihre Kontakte selbst aufbauen wollen oder sich einer Übersetzungsagentur als freier Mitarbeiter anschließen.
Vor- und Nachteile, als freiberuflicher Übersetzer zu arbeiten
Die Arbeit als Freiberufler hat wie jede andere selbstständige Tätigkeit auch, Vor- und Nachteile. Einige der Vorteile liegen in der Möglichkeit, überall und zu selbst festgesetzten Arbeitszeiten arbeiten zu können. Die Nachteile bestehen darin, dass es kein garantiertes Festeinkommen gibt, keinen bezahlten Urlaub oder eine Rentenvorsorge durch den Arbeitgeber. Zudem müssen Sie sich als Freelancer gegen Ihre Konkurrenz durchsetzen. Genau hier können Sie sich durch Spezialisierung, ein Branchenfachgebiet oder die Beherrschung einer exotischen Sprache von der Masse abheben.
Übersetzer im Alleingang oder in einer Übersetzeragentur?
Die Antwort auf die Frage, ob Sie es im Alleingang versuchen oder sich einer Agentur anschließen wollen, läuft im Grunde darauf hinaus, wie geschickt Sie darin sind, sich selbst zu vermarkten. Wenn Sie selbst dazu in der Lage sind, Ihre eigentliche Übersetzungsarbeit mit den Anforderungen des Marketings und der Kundengewinnung und -bindung zu vereinbaren, dann müssen Sie sich den Preis für die Übersetzung nicht mit einer Agentur teilen und können im Alleingang Aufträge akquirieren und umsetzen. Sollten Sie aber wenig Zeit haben und liegt Ihnen auch die Kundenakquise nicht, lohnt es sich, mit einer Agentur zusammenzuarbeiten, die Ihnen Aufträge besorgt.
Wie erkennt man qualifizierte Übersetzer?
Die Akkreditierung durch ein formales und anerkanntes Übersetzungsinstitut ist ebenfalls wichtig, wenn man als professioneller Übersetzer angesehen werden will, der für die Zusammenarbeit mit einem Übersetzungsunternehmen oder einer Übersetzungsagentur qualifiziert ist. Es steht Ihnen frei, auch ohne irgendeine Akkreditierung eine freiberufliche Tätigkeit auszuüben; viele Großunternehmen werden jedoch eine zertifizierte Akkreditierung als Orientierungswert für Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten verlangen.
Der BDÜ ist die anerkannte Akkreditierungsstelle der deutschen Übersetzungsbranche und vertritt mehr als 75% aller Übersetzer und Dolmetscher, die in Deutschland arbeiten. Die Mitgliedschaft bietet noch weitere Vorteile als die formale Anerkennung Ihrer Fähigkeiten, so zum Beispiel ermäßigte Versicherungsbeiträge, Bildungsmöglichkeiten, Stellenangebote und Tipps für Existenzgründer. Darüber hinaus setzt sich der BDÜ für höhere Honorare und bessere Arbeitsbedingungen für Übersetzer und Dolmetscher ein.
Fachübersetzer vs. Übersetzungssoftware
Übersetzungen mit Hilfe von Übersetzungssoftware wie zum Beispiel Google Translate nehmen zu und werden technisch immer ausgereifter. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass menschliche Übersetzer nicht ersetzbar sind, da eine Maschine niemals in der Lage sein wird, den sich ständig ändernden Vielschichtigkeiten und Ausdrucksweisen einer Sprache in der Form Rechnung zu tragen wie ein Mensch dies kann. Auch wenn durch Übersetzungssoftware generierte Texte irgendwann so ausgereift sein werden, dass die Mehrheit eines Textes auf relativ hohem Übersetzungsniveau liegt, wird es doch immer einen Bedarf für professionelle Übersetzer geben. Die Übersetzung muss im Anschluss überarbeitet und Fehler korrigiert werden, ganz besonders in Fällen von sehr nuancenreichen Texten, wie beispielsweise bei Marketingmaterial oder Literaturübersetzungen.
Die Übersetzungsbranche wird daher ein immer weiter wachsender Markt bleiben, den Zwei- und Mehrsprachige mit den geeigneten Kompetenzen ausschöpfen können.
Von Christian Arno.
Über den Autor
Christian Arno ist der Gründer und Geschäftsführer des internationalen Übersetzungsunternehmens Lingo24. Lingo24 wurde im Jahr 2001 gegründet und beschäftigt rund 4.000 professionelle freiberufliche Übersetzer, die zusammen einhundert unterschiedliche Sprachkombinationen abdecken. Weitere Informationen finden Sie auch auf Lingo24.
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