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Beatrice
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Dabei seit: 23.08.2010 Beiträge: 3
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Verfasst am: 23.08.2010 11:29 Titel: Anfang 30 und enttäuscht |
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Hallo!
Ich bin Anfang 30, habe eine sehr gute Ausbildung, bin Teamleiterin und sollte wohl zufrieden sein. Allerdings wurde die Firma, in der ich arbeite, vor einiger Zeit von einem Konzern gekauft. Seither gab es viele Konflikte und der neue Managementstil ist alles andere als modern. Unklare Aufgabenverteilung, Geheimniskrämerei, Entzug von Verantwortung, Ignorieren von Konflikten, etc. Die restlichen Teile meines Jobs gefallen mir aber gut (Kollegen, Aufgaben, ...). Leider zeigen sich bei mir durch diese Situation schon deutliche Stresssymptome, wie Verspannungen, etc.
Ich habe mich im Frühjahr für einige Jobs beworden und leider viele Absagen erhalten. Trotz guter Ausbildung, intensiver Weiterbildung im Beruf, Beförderung, etc. Bei den wenigen Vorstellungsgesprächen, die ich hatte, war leider nichts dabei. Bei einem Vorstellungsgespräch hat man mir sogar direkt gesagt, dass der Managementstil im Unternehmen schlecht sei, das dürfe mich halt nicht stören. Ich höre von Bekannten auch immer öfter, dass es in anderen Firmen "genauso zugeht".
Ich werde mich wohl weiterhin bewerben, aber: dieselben Verhältnisse in einer anderen Firma dieser Art - dafür brauch ich eingentlich nicht Job wechseln.
Ich wollte vor allem mal wissen, ob es jemandem ähnlich geht und was Ihr da so gemacht habt. Muss ich mich einfach an die harte Arbeitswelt gewöhnen und ein paar Ideale über Bord werfen? Oder gibts Methoden, um die ideale Firma zu finden ?
Danke schon mal
Beatrice
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Becky79
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Dabei seit: 17.08.2010 Beiträge: 9
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Verfasst am: 23.08.2010 19:13 Titel: Re: Anfang 30 und enttäuscht |
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Hallo Beatrice,
erst mal sag ich dir, sei fro, dass du noch einen Job hast, wo es, wenn ich richtig verstehe, nur mit der Leitung nicht so weit her ist, die Kollegen und die Arbeit stimmen. Ich bin jetzt seit gut 8 Monaten unverschuldet arbeitsuchend. Bei meinem letzten festen Arbeitgeber habe ich oft geschimpft auf die Chefetage und die oft hirnrissigen Entscheidungen, die da getroffen wurden. Wie oft hab ich gedacht: ich kündige. Inzwischen ist die Firma insolvent. Ich weiß nicht, wie viele Bewerbungen ich seitdem geschrieben habe. Zwischendurch haben mich 2 Firmen mal zum Probearbeiten eingeladen und was ich da so mitbekommen habe - da war meine alte Firma kuschelig gegen. In der einen Firma haben sich die Leute untereinander das Leben zur Hölle gemacht und den anderen angeschwärzt, wo sie nur konnten, in der anderen Firma herrschte ein Ton wie bei der Armee und wer nicht kuschte, bekam gleich eine Abmahnung.
Dein Bekannter hat da nicht Unrecht. Nirgendwo ist wirklich alles toll. Wenn ich du wäre, würde ich auf jeden Fall weiter nach anderen Jobs gucken. Ist nicht verboten. Finde es nicht so wunderlich, wenn es noch nicht geklappt hat mit was neuem bei dir, immer liest und hört man, es geht aufwärts mit der Arbeit, nur wo ist sie denn, ich erlebe es täglich in meiner eigenen Lage. Jobs, die unterbezahlt sind, die gibt es zu Hauf und immer mehr. Vielleicht meinen die das mit aufwärts gehen.
Das sind so meine Erfahrungen damit, hoffe sie geben Mut.
Becky
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conny
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Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 47
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Verfasst am: 23.08.2010 21:31 Titel: Re: Anfang 30 und enttäuscht |
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Hallo Beatrice,
richtig rund und immer schön läuft es doch in keinem Job wirklich. Ich galube, die Kunst besteht eher darin, Job und Privatleben zu trennen und nach dem Job abzuschalten. Ich glaube, viele können das einfach nicht, ich früher übrigens ebenfalls nicht. Das geht an die Substanz, vor allem wenns in der Firma nicht so gut läuft oder ständig schlechte Vibrations herrschen, das ist wie externe freie Radikale. Du scheinst jetzt auch noch eine neue Führung bekommen zu haben, dann ist sowieso alles anders. Die muss sich jetzt wahrscheinlich erst mal selbst finden, bevor sie zu euch findet und Veränderungen bedeuten sicher für euch überall umdenken, anders machen etc. Wer verändert sich schon gern und verlässt den gewohnten Ablauf.
Ist es denn bei dir wirklich nur das neue Management oder steckt da mehr hinter?
Conny
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Beatrice
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Dabei seit: 23.08.2010 Beiträge: 3
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Verfasst am: 24.08.2010 11:18 Titel: |
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Hallo!
Danke für die netten Antworten !
Im Frühjahr hatte ich das Kündigungsschreiben schon vorbereitet, hab dann aber von Bekannten immer wieder von der schlechten Joblage gehört und dann doch zuerst gesucht. Ich war schon überrascht, dass trotz guter Ausbildung kaum etwas zu finden ist. Ich bin jetzt wirklich heilfroh, dass ich noch geblieben bin!
Die alte Führung war auch nicht das Gelbe vom Ei, aber seit der neuen (seit eineinhalb Jahren) sind alle so demotiviert - das geht wirklich an die Substanz. Ich glaube auch, dass es wirklich wichitg ist, Job und Privatleben zu trennen. Daran arbeite ich gerade . Mir gings nicht darum, rumzujammern und ich weiß auch, dass es viel schlimmer sein könnte. Das Schlimme ist hauptsächlich, dass sich der Stress langsam auf meine Gesundheit schlägt. Aber da ist das Zauberwort wohl Stressabbau, entspannen und das Ganze lockerer nehmen.
Eure Meinung hilft, meine Perspektive ein bisschen zurecht zu rücken . Auch ist mir erst durch die Jobsuche klar geworden, dass die anderen Teile in meinem Job durchaus passen.
@Conny: was meinst Du, was anderes dahinterstecken könnte?
@Becky: ja, viel merk ich auch nicht davon. Wünsche Dir wirklich, dass es bald klappt.
Beatrice
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conny
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Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 47
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Verfasst am: 26.08.2010 22:47 Titel: Unzufriedenheit mit Job |
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Hallo Beatrice,
tschuldige die späte Antwort, habs früher nicht geschafft......
Kündigungsschreiben hab ich genauso wie Du schon noch und nöcher geschrieben, im Kopf und genauso druckreif auf dem PC. Für mich selbst merkte ich, dass umso mehr Dinge mich in meinem Job genervt haben, umso eingeschränkter wurde dadurch mein Horizont
Was mein ich mit der Frage, ob bei dir vielleicht noch was anderes dahinter steckt. Das was du geschrieben hast, erinnerte mich ziemlich an mich vor einiger Zeit, da war ich ähnlich gefrustet wie du.
Irgendwann habe ich nur noch meinen kleinen Mikrokosmos gesehen, wenn zum Beispiel in der Firma schon wieder was dumm lief oder mein Chef mich für irgendwas völlig zu unrecht angeblökt hat, packte ich das einfach auf die Frustliste und nahms teilweise extrem persönlich. Hinterfragte überhaupt nicht mehr mein Gegenüber und ob der vielleicht gerade echt Probleme hatte, zum Beispiel weil er, wie ich vermute, dass es bei dir gerade der Fall ist, vor der doch ziemlich krassen Aufgabe stand, ein bestehendes Unternehmen komplett um zu strkturieren, weil der neue Inhaber der Firma eben ganz andere Vorstellungen von dem hat, wie es laufen soll, als der alte Besitzer.
Mach doch mal in so einer Situation einem bestehendem Team möglichst schonend klar, dass der überwiegende Teil der Aufgaben in Zukunft so und so und nicht mehr wie bisher abzulaufen hat und sei dir selbst im Hinterkopf darüber bewusst, dass, wenn das Team es nicht auf die Reihe bekommt, sich der neuen Situation anzupassen, einige Köpfe - auch der eigene - rollen werden...
Der Gute ist übrigens damals gekündigt worden, weil er uns eben nicht umstricken wollte, wir verstehen uns noch immer sehr gut und nachdem er raus war, hat er mir seine Situation in dem ganzen Umstrukturierungskram erzählt. Danach kam ich mir doch ziemlich egozentrisch vor, eben wegen meinem kleinen auf mich fixierten Mikrokosmos.
Unabhängig davon: habe den Job damals gekündigt (nachdem ich einen neuen Job in petto hatte ). Irgendwann haben sie da einen Grünschnabel reingesetzt, den ich einfach nicht für voll nehmen konnte. Wie heisst es so schön? Love it or leave it.
Liebe Grüße
Conny
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Beatrice
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Dabei seit: 23.08.2010 Beiträge: 3
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Verfasst am: 29.08.2010 18:14 Titel: |
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Hallo Conny!
Ja so ungefähr gehts mir im Moment. Tut aber echt gut zu hören, dass es anderen auch so ergangen ist. Manchmal hilfts auch, sich ein bisschen zurückzunehmen und bewusst zu machen, dass es anderes auch noch gibt bzw. dass sich auch in Zukunft Dinge wieder ändern und bessern werden. Ich werd auf jeden Fall weiterhin Ausschau halten und bis dahin das beste daraus machen.
Danke nochmal!
Beatrice
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